\documentclass[10pt,a4paper]{article}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage{german}
\usepackage{palatino}
\title{\LaTeX{} auf windoze (Win-dös)}
\author{Jochen Plumeyer \texttt{jochen@plumeyer.org}}
\begin{document}
\maketitle
\tableofcontents
\section{Installation}
Willkommen im Bereich der Freien Software (Open Source)!
Bei einem Programm wie \LaTeX{} brauchst Du Dir keine Gedanken darüber zu machen, ob Du mal mit einer Raubkopie "`erwischst"' wirst. Kopieren von Freier Software ist nicht nur legal, sondern geradezu \emph{erwünscht}. Der Hilfsbereitschaft der OpenSource-Community kannst Du gewiß sein.

Um \LaTeX{} für windoze zu installieren, kannst Du
\begin{itemize}
\item{Die 1\_20.zip-Datei mit Winzip irgendwohin entpacken (kann nach der Installation gelöscht werden.)}

\item{Falls Dich die speziellen Module von \LaTeX{} interessieren, oder Du Festplattenplatz sparen mußt, kannst Du Dir die \verb|index.html|-Datei mit einem Brow\-ser ansehen. In diesem Falle bezieht sich übrigens "`Download"' auf Deine eigene Festplatte.}

\item{Starte das Programm \verb|setupwiz.exe| im Ordner 1.20 (entpacktes Verzeichnis).}

\item{Guck dann einfach, auf welchem Laufwerk Du noch Platz für 155 MByte\footnote{Diese Angabe bezieht sich auf eine Festplatte, die mit dem FAT16-Dateisystem partitioniert ist. Neuere Dateisysteme benötigen nur 50 MByte! Das Umwandeln zum neueren System sollte nur von erfahrenen Menschen erfolgen.} Platz hast. Vielleicht \verb|E:\texmf|.}

\item{Wenn Du genug Festplattenplatz hast, installierst Du im darauffolgenden Fenster einfach alles (alle Häkchen aktiviert).}

\item{Die weiteren Fragen im Installationsprogramm beziehen sich auf Netzwerkfunktionen\footnote{Hier kann \emph{ein} Schriftenverzeichnis für das gesamte Netzwerk eingerichtet werden.}. Da kannst Du "`Weiter"' klicken.\

\item{Die einzige Aktion von Hand vor dem Neustart\footnote{Bei Linux brauchst Du übrigens nie Neustarts} ist das Hinzufügen einer Zeile in die \verb|C:\autoexec.bat|:

\verb|set path=E:\texmf\miktex\bin;%path%| \label{latexpath}

Das \verb|"E:\..."| ist das Laufwerk, das Du am Anfang des Installationsvorgangs eingegeben hast. Windows muß nämlich wissen, wo das Programm \verb|latex.exe| sich befindet. Die Zeile sollte die letzte \verb|SET PATH|-Anweisung der \verb|C:\autoexec.bat| sein.}}

\item{Das 1.20-Verzeichnis löschen.}

\item{Das war die Installation ($\rightarrow$ Neustart).}
\end{itemize}

Nach der Installation findest Du unter Start $\rightarrow$ Programme $\rightarrow$ MiKTeX einige unscheinbare Einträge. 
Einer davon ist "`DVI Viewer"' (Yap genannt). Wenn Du es zum ersten Mal startest, fragt es Dich, ob alle *.dvi-Dateien standardmäßig mit Yap angesehen werden sollen. Das kannst Du bejahen.

\section{Tips \& Linx}
Das allgemeine Vorgehen ist ganz einfach:
\begin{enumerate}
\item{\LaTeX{} in eine \texttt{hastenichgesehn.tex}-Datei schreiben.}
\item{\texttt{latex.exe hastenichgesehn.tex} ausführen (ggfs. dreimal bei Inhaltsverzeichnissen, Indizes oder Seitenreferenzen.)}
\item{\texttt{hastenichgesehn.dvi} im Yap überprüfen.}
\item{Schließlich in irgendeinem Format ausgeben: über Yap oder dvips ausdrucken, eine PDF\footnote{Ein immer mehr um sich greifendes Format, das mit dem Acrobat Reader auf jeder Plattform gleich aussieht} erzeugen, oder mit latex2html gleich ein komplettes Unterverzeichnis im HTML-Format, um seine Homepage damit zu beglücken\footnote{Dabei empfiehlt sich übrigens die Verwendung von Cascading Style Sheets (CSS), um Farben und Größen etwas aufzupeppen. Die CSS gibt's z.B. unter \texttt{http://www.w3c.org}}.}
\end{enumerate}

\textbf{Den Editor} hab ich ganz vergessen.\\
Beim Schreiben kannst Du \emph{jede beliebige} Textverarbeitung verwenden. Es muß nur gewährleistet sein, daß das Speichern \emph{als reiner Text} geschieht. Word macht das eher ungern.\\
Ich habe mit dem \textsc{Editpad} gute Erfahrungen gemacht. Dieser Editor unterstützt schon ziemlich intelligentes Suchen/ Ersetzen\footnote{Ausgefuchste Ersetzungsaktionen werden mit sogenannten \textsc{Regular Expressions} erledigt. Das ist eine eigene kleine Programmiersprache. Meines Wissens wird das nur von den Editoren vi/ Vim und Emacs unterstützt, oder man übergibt \textsc{Perl} solche Aufgaben.}. Wenn Du den Editpad nicht per \texttt{http://www.google.com} finden kannst, schick' ich ihn Dir per Mail.\\
Später hab ich mich dann an den Vim\footnote{\texttt{http://www.vim.org}} getraut (Emacs\footnote{\texttt{http://www.gnu.org}} ist komfortabler, aber relativ groß). Der Vim ist ein verdammt kryptischer \textsc{Unix}-Editor für Programmierer. Ich weiß, daß Frauen Emacs mögen, Vim ist was für hagere Spartaner.

Auf \texttt{http://plumeyer.org/latex/} steht das suboptimale Skript meines Vortrags vom 4. März 2001.

\texttt{http://www.dante.de} ist \emph{der} Ort für \LaTeX{}-Themen. Dort gibt es nicht nur Infos zum Browsen, sondern auch massig Programmpakete auf dem sogenannten CTAN-Mirror\footnote{Comprehensive \TeX{} Achive Network} samt Suchmaschine.\\


\texttt{ftp://ftp.dante.de/tex-archive/} ist der (deutsche = schnelle) Einstiegspunkt ins CTAN. Von dort habe ich überhaupt dieses \LaTeX{}! 

Von dort stammt auch die \LaTeXe{}-Kurzbeschreibung, die die PDF-Datei \texttt{l2kurz.pdf} enthält.

\section{Kleine Einstellungen}
Hier beschreibe ich, wie Du mit \LaTeX{} per rechter\footnote{Wenn Du Linkshänderin bist, dann eben umgekehrt.} Maustaste startest oder es um schöne Dokumentenklassen erweiterst.

\subsection{Wie starte ich am Beispiel von \LaTeX{} Programme per rechter Maustaste}
Falls Du windoze2000 fährst, hab ich den genauen Klickweg nicht im Kopf, dort ist es aber ähnlich.

Im Windows Explorer Ansicht $\rightarrow$ Ordneroptionen $\rightarrow$ Datentypen heraussuchen.

Dort sollte schon ein Eintrag "`Datei TEX"' existieren. Wenn nicht, gehst Du auf "`Neuer Typ..."' und erstellst eine solche Beschreibung und klickst auf OK.

Jetzt kannst Du beliebige Aktionen an diesen Datentyp binden:
Wenn Du wie beschrieben "`Datei TEX"' auswählst und "`Bearbeiten"' klickst, kannst Du auf "`Neu"' gehen und als Vorgang z.B. "`\&LaTeX-\textgreater{}DVI"' eingeben. Diesen Eintrag wirst Du dann immer per rechter Maustaste sehen, wenn Du eine \texttt{*.tex}-Datei im Windows Explorer ausgewählt hast.

Als Nächstes suchst Du das Programm aus, das mit dieser Aktion gestartet werden soll. In diesem Falle ist das \texttt{latex.exe}, das Du per "`Durchsuchen"' in demselben Verzeichnis wie in der \texttt{set path}-Anweisung in der \texttt{autoexec.bat} auf Seite \pageref{latexpath} auswählst. Danach soll in Zukunft der aktuelle Dateiname übergeben werden. Dafür braucht windoze die Notation \verb|"%1"|. 
In "`Anwendung für diesen Vorgang"' steht dann also bei mir so etwas wie

\verb|E:\texmf\miktex\bin\latex.exe "%1"|. Jetzt kannst Du aus dem ganzen Kram wieder 'rausgehen.

Puh, das war's. Die Editoren Emacs oder vi/ Vim können das schon von sich aus; In denen brauchst Du dafür nicht mal Deine Schreibumgebung verlassen. Selbstverständlich wird der \TeX{}-Code dort auch farbig markiert und auf Fehler geprüft (dann wird's rot). Das sind auch OpenSource-Programme, die man frei verteilen darf.

\subsection{\textbf{Beispiel:} Erweiterung um die Dokumentenklasse "`g-brief"'}
Einen der unscheinbaren Einträge kannst Du bemühen, wenn Du auch die so nette "`g-brief"'-Dokumentvorlage verwenden willst (damit tippe ich alle meine Briefe auf meinem Mini-Computer, den Du gesehen hast). 

Kopiere \verb|g-brief.cls| und \verb|g-brief.sty| in ein neues Verzeichnis \\
\verb|E:\texmf\tex\latex\g-brief| und lasse diese neue Dokumentenklasse bei LaTeX registrieren, indem Du das Programm Start $\rightarrow$ Programme $\rightarrow$ MikTeX $\rightarrow$ Maintenance $\rightarrow$ Refresh Filename Database ausführst.

Fertig. 

Damit Du sehen kannst, daß Auswertungsgrafken nahtlos mit \LaTeX{} verbunden werden können, hab ich mal Gnuplot ein bißchen rechnen lassen. Vielleicht ist es ja jetzt noch nicht akut, aber in Gnuplot braucht man nur
\begin{verbatim}set terminal latex
set output 'test.tex'\end{verbatim} anzugeben, und schon wird das Grafikfenster in eine \LaTeX{}-Datei umgeleitet!
Gnuplot war auch das einzige Programm, das mich bei 150000 Meßwerten nicht im Stich gelassen hat\footnote{Zugegebenermaßen war das vor fünf Jahren.}.

\center{\Large{Hab Spaß!}}

\emph{Jochen}

\flushleft{
\input{test.tex}
}

\end{document}
